Alt Wien Kaffee


FAQ - Zum Thema Rösten


Welche Röstmaschine verwenden Sie?

Zur Zeit arbeiten wir mit einem 35kg Loring Kestrel Röster, der energiesparendsten und umweltfreundlichsten Röstmaschine, die es zurzeit gibt. Weiters haben wir noch einen 15kg Ladenröster der Firma Giesen.

Was ist der Einbrand?

Bei jedem Röstvorgang gewinnt die Kaffeebohne an Volumen und verliert an Gewicht. Eine Charge von 15 Kilo Rohkaffee wird so zu etwa 12,5 Kilo Röstkaffee. Die Differenz nennt man Einbrand oder Röstverlust – wie etwa der Angel’s Share beim Whisky. Es soll industrielle Röster geben, die diesen Verlust durch das Ablöschen mit Wasser und die Zugabe von Molasse ausgleichen. Wir sind strikt gegen diese Praktiken, weil wir das Konzept der „ehrlichen Ware“ vertreten und diese Zugaben den Kaffee verfälschen.

Wie oft rösten Sie pro Tag?

Das hängt von unserer Auftragslage ab, da wir unseren Kaffee immer frisch rösten und keine Lagerware verkaufen. Zu starken Zeiten kommen wir auf 25 Röstungen pro Tag.

Bei welcher Temperatur rösten Sie? Wie lange?

Das differiert je nach Kaffee. Die Temperatur am Zenit der Trommel liegt zwischen 200 und 220 Grad. Ein Röstvorgang dauert – ebenfalls abhängig von der Kaffeesorte – zwischen 10 und 20 Minuten Dann muss der fertige Kaffee einige Zeit im Kühlsieb unter ständiger Bewegung abkühlen (bei uns dauert dieser Vorgang drei Minuten – je schneller desto besser), ehe er in einem mechanischen Entsteiner von Steinen und anderen Verunreinigungen befreit wird. Unsere Maschine. eine Loring 35 Kestrel erlaubt es gleichzeitig zu rösten und zu kühlen.

Verwenden Sie noch die alte Verlesemaschine?

Die alte Verlesemaschine, die in den 50er Jahren schon in Guatemala im Einsatz war, haben wir vor zwei Jahren in Pension geschickt. In der arte Dokumentation „Zu Tisch in Wien“ ist sie noch im Einsatz zu sehen. Wie an anderer Stelle schon ausgeführt, ist es nicht sehr konsequent, wenn wir FAIRTRADE Kaffee verkaufen, aber unsere Mitarbeiter 8 Stunden in gebückter Haltung Bohnen aussortieren lassen. Wir verwenden mittlerweile einen maschinellen Entsteiner der Firma GIESEN, bei der über Gewicht und Einblasen von Luft die Bohnen von Rückständen und Verunreinigungen wie Steinen getrennt werden.

Welche Art der Röstung machen Sie? Hell oder dunkel?

Unsere Art zu rösten liegt generell zwischen den beiden Extremen: wir versuchen eine goldene Mitte zu finden zwischen der etwas helleren Röstart, die vor allem in Nordeuropa, Deutschland und den USA angewandt wird und helle, säurelastige Kaffees produziert und der süditalienischen, sehr dunklen Röstart, die eher bittere, verbrannte Endprodukte zeitigt. Wir sind der Meinung, dass unsere Kaffees sich so optimal entfalten können. Es ist schwierig, das in Schubladen zu stecken, aber am ehesten liegt der Röstgrad des Hauptteils unserer gerösteten Kaffees beim sogenannten City Roast. Dies entspricht den Vorlieben eines Großteils unserer Kunden. Wir produzieren aber auch einige „moderne“ Kaffees, deren Röstdauer und Röstgrad auf Zubereitungen in V60, Chemex oder Phoenix 70 abgestimmt sind, die sich für Kaffeefreunde eignen, die gerne Fruchtaromen in ihrer Tasse haben.

Verkaufen Sie Kaffees auch in verschiedenen Röststufen?

Nein, wir verkaufen ein und denselben Kaffee nicht in verschiedenen Röststufen. Wir glauben, dass es einen Röstgrad gibt, die jedem Kaffee – vor allem in der Espressoextraktion – auf optimale Weise alle Geschmackskomponenten entlockt, die der Kunde wünscht. Und in dieser Farbe rösten wir unsere Bohnen. Jeder Kaffee ist da ein wenig anders. Wir führen auch Kaffees (z.B. Äthiopien Yirgacheffe), die etwas heller sind und ihre Fruchtaromen beibehalten haben – ideal für V60, Chemex oder Phoenix 70 – doch ist das nur ein kleiner Teil unserer Produktion.

 

Im allgemeinen rösten wir unsere Kaffees aber nicht so dunkel, da unsere Röstmaschine auf Konvektionbasis arbeitet, was eine gleichmäßigere Röstung ermöglicht, die selbst bei langen Röstungen über 20 Minuten keine dunklen Kaffees hervorbringt, auch wenn deren Geschmack als dunkel einzustufen ist. Ein weiterer Grund, warum wir zu dunkle Röstungen vermeiden ist, da die Kaffees sonst ölig werden. Ölige Kaffees, die nicht rasch aufgebraucht werden, werden ranzig und schmecken nach Aschenbecher. Schließlich haben wir auch einen Kaffee für die griechisch/türkische Zubereitung, die wir diplomatisch Byzantinische Mischung nennen. Diese wird wie in eben diesen Ländern üblich sehr hell geröstet, um dann ganz fein gemahlen mit Wasser (und Zucker) aufgekocht zu werden.

Kann man Ihnen beim Rösten zuschauen?

Nein, zurzeit ist es nicht möglich, uns beim Rösten zuzuschauen, da wir im Jahr 2014 den Röstbetrieb aus behördlichen Gründen vom 4. in den 23. Bezirk übersiedeln mussten und dort noch keine Besuchereinrichtungen vorhanden sind. Wir planen aber ab Herbst 2015 monatliche Führungen anzubieten.